Donnerstag 2. April 2015 // Lesung: IL: Tomasz Konicz – „Dead end capitalism: Wofür kämpfen wir?“

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken (Avanti) Hamburg
Einlass 20.00 Uhr // Beginn 20.30 Uhr

Klar ist, dass der Kapitalismus gleich in mehrfacher Hinsicht – sozial, ökologisch, ökonomisch – eine tödliche Sackgasse darstellt. Derweil ist die gesellschaftliche Linke jedoch zumindest hierzulande weitgehend fragmentiert und ausgelastet mit einer Vielzahl von notwendigerweise zu führenden spezifischen Abwehrkämpfen. Kaum Kapazitäten verbleiben für die zwecks strategischer Bestimmung erforderliche Analyse der Welt als Ganzes, geschweige denn für eine breite gesellschaftliche Diskussion einer konkreten, den Kapitalismus emanzipatorisch überwindenden Transformation.

Zu einer tiefergehenden Analyse des Zeitgeschehens hat der Autor Tomasz Konicz immer wieder wichtige Beiträge formuliert. Als Mitherausgeber des im Dez.’14 bei Heise veröffentlichten E-Books „Aufbruch ins Ungewisse“ hat er sich jetzt auch zur Transformations-Debatte zu Wort gemeldet. Im Vorwort schreibt er: „Dem Denken von Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise stellen sich ungeheure Hindernisse in den Weg. Die lückenlose Dichte kapitalistischer Vergesellschaftung errichtet in einem jeden Insassen der globalen kapitalistischen Tretmühle ein regelrechtes Gedankengefängnis. Wenn es kein nicht-kapitalistisches „Außen“ mehr gibt, wenn alle Gesellschaftsfelder und Nischen bis hin zur Subkultur von dem kapitalistischen Kosten-Nutzen-Kalkül okkupiert sind, dann gewinnt der berüchtigte „stumme Zwang der Verhältnisse“ den Anschein eines Naturverhältnisses.(….) Und dennoch ist eine ernsthafte und
tiefgreifende öffentliche Diskussion von Systemalternativen zum krisengeplagten Spätkapitalismus schlicht überlebensnotwendig. (….)
Das Ziel mag von ergreifender Schlichtheit sein, die Wege dorthin sind aber ungeheuer schwierig und mühselig. Sie sind nur vermittels einer breiten egalitären Diskussion, eines öffentlichen Diskurses ausfindig zu machen, in dem schon ein grundlegendes Merkmal einer
postkapitalistischen Gesellschaft aufscheinen würde – die bewusste Verständigung aller Gesellschaftsmitglieder über den gesellschaftlichen Reproduktionsprozess.“

In der Veranstaltung wird Tomasz Konicz zunächst zum Verlauf, Ursachen und einigen Phänomenen der allgemeinen Krise sprechen, dann den derzeitigen Stand der Krisenentfaltung beleuchten, schließlich den Begriff „Transformationskampf“ erläutern und zur Diskussion stellen.