Golem Closing

171106_golem_dieschönheitdesniedergangs

Werteste WegbegleiterInnen,

seit nunmehr 7 Jahren ruft euch der Golem auf zur Andacht an den Fischmarkt zu pilgern und der Schönheit des Niedergangs zu späterer Stunde zu huldigen. Woche für Woche wurde dem formlosen Klumpen aus Lehm Leben eingehaucht, um euch einen offenen Ort zu schaffen – an welchem nicht nur jede*r für sich sondern ebenso alle gemeinsam vergessen, genießen, gedenken und visionieren konnten. Erst einmal die Stufen erklommen und durch den schweren, schwarzen Vorhang der Wahrheit getreten, konnten wir in bohemehafter Atmosphäre zu einem Eins werden, so verschieden die ursprünglichen Beweggründe auch waren. Wir erlebten wahnwitzige Nächte und erleuchtende Abende voll von ausgiebigen Gesprächen, ekstatischem Tanz oder anmutigem Lauschen. Stets umrandet von vorzüglichsten Getränken. Ausgelassenheit, Bewusstsein, Exzess, Ästhetik, Rausch und Erinnerung waren in vielerlei Farben und Formen allgegenwärtig.


Exerziert man nun jedoch den Niedergang konsequent zu Ende, ist die Auflösung eine logische Schlussfolgerung. Ebenso, werte Freunde, wird sich der Golem auflösen, zerbröckeln, zersetzen und fortan lediglich in den eurigen Erinnerungen wandeln und weiterleben.

Schaut in den nächsten Wochen vorbei, damit wir uns alle Danke sagen, betrunken und beseelt in die Arme schließen können, bis wir dann den feinen Klängen des Klaviers lauschen, bevor sich die Pforten des Golems Ende November für Immer schließen. Wir für unseren Teil wollen uns bedanken, bei all unseren Gästen, KünstlerInnen, MusikerInnen, LeserInnen, RednerInnen, FilmvorführerInnen, BarkeeperInnen, LogistikerInnen, KassiererInnen, der Reinigungscrew und allen weiteren UnterstützerInnen.

Wir hatten eine unvergessliche Zeit.

Danke.