Bier

Bier, ein herrlich kapitalistisches Gesöff. Aber auch darüber muß gesprochen werden – oder wie bereits Georg Wilhelm Friedrich Hegel in einem der ganz seltenen Momenten universeller Klarsicht in der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften II, § 365, S. 488, zu Papier brachte: «Bier treibt auf Urin!»

Was so ein kapitaler Bier-Haß anrichten kann, hat Deutschland zum Bedauern der gesamten Weltbevölkerung leider hinlänglich bewiesen. Nachhaltigkeit im Gewand von Hopfen und Malz: Durchweg auf Bier gesetzt, überfielen die Deutschen erst sich selber und dann alle Andern. Ausrottung nach innen und außen.

Nun verhält es sich aber so, daß der Faschist – nichts anderes, als eine schneidig gekleidete Mörderin – bündelweise brauchbare Produkte hervorbringen kann. So ein richtig zünftiger Bierrausch kann zum Beispiel dazu führen, daß Menschen göttlichen Sex zu den nostalgischen Klängen von Kapellen wie etwa Rammstein machen. Sublimierter Faschismus, gegossen in eine Musik, über die der bierbäuchige Marxist Slavoj Žižek in einem Anflug von Verständnis sagte: «Here you can enjoy Fascism in its purest state without any consequences! Simply enjoy it!»

Und auch im Hause Golem gibt es Menschen, die als Kinder geschlagen wurden und lebenslang nach Kompensation dürsten.

Was Ihnen diese Zeilen sagen wollen? Lassen Sie ihn raus, den Faschisten in Ihnen: Glänzen Sie im notgeilen Anzug, verpacken Sie Ihre Hupen in brutalen Bonbonnièren, putzen Sie sich raus durch Gesichtsbemalung, schmieren Sie aalglatt sich das Haupthaar ein, legen Sie die Strapse an und stopfen Sie den Schritt aus – oder mit was auch immer Sie Ihren Körper aufs Schlachtfeld schmeißen wollen. Hier haben Sie Gelegenheit dazu – es ist richtig, gut und notwendig!

Ein Humpen Bier, jawoll!

Gestikulieren Sie wie wild, erregen Sie Aufsehen durch zackige Bewegungen, sprechen Sie dezidiert, nehmen Sie Haltung an, tanzen Sie den Mussolini, dienen oder dominieren Sie! Dafür gibt es das Nachtleben, für nichts anderes. Nun nehmen Sie sichs auch heraus und leben Sie ES aus! Nur verschonen Sie diesmal bitte uns Juden, Kommunisten, Intelligenz, arme oder schräge Leute und alle anderen, die Sie nicht verstehen, nur weil Sie frustriert sind.

Auf die Tanzfläche und aufs Schlachtfeld der Liebe. Da gehört Dein Hitler hin, Deutscher.